"90 Minuten, die England verändern könnten", titelt The Independent, während sich die Chefs von Englands drei größten Parteien am 15. April zum allerersten Mal in der Geschichte Großbritanniens im Fernsehen eine Wahlkampfdebatte liefern. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich auf die Schlacht zwischen dem Premierminister Gordon Brown von der Labour-Partei und David Cameron von den Konservativen (Tories). Doch die Londoner Tageszeitung weist darauf hin, dass Nick Clegg von der Liberaldemokratischen Partei "eine beispiellose Chance zufällt, ein großes Publikum zu ereichen." Die Liberaldemokraten haben momentan nur 63 von 646 Sitzen in Westminster inne, aber in einer kürzlich in der Times erschienenen Umfrage liegen die Tories mit 36 Prozent nur drei Punkte vor Labour, so dass die Liberaldemokraten mit 21 Prozent als Königsmacher fungieren könnten, wenn keine der beiden Hauptparteien eine klare Mehrheit erhält. "Ein hung parliament – ein hängendes Parlament... nur ran", heißt es im Leitartikel der Londoner Tageszeitung, die eine Reform des britischen Mehrheitswahlrechts fordert. Aufgrund dieses Systems mit dem first-past-the-post-Prinzip (der Gewinner bekommt alles) erhalten die Liberaldemokraten nur die Hälfte der Sitze, die sie unter einem Verhältniswahlrecht wie auf dem Festland erzielen würden.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.