Die linksliberale Wochenzeitung The New Statesman sinniert in ihrer Osterausgabe über Gott, Glaube und Religion, wobei Slavoj Žižek in typisch ikonoklastischer Stimmung das Christentum als eine Inspiration für radikale politische Ansichten darstellt. "Das Christentum ist Anti-Weisheit", schreibt der slowenische Philosoph, "Weisheit vermittelt uns, dass unsere Bestrebungen vergebens sind, das alles im Chaos endet, während das Christentum völlig verrückt auf dem Unmöglichen beharrt." Ihm zufolge verwirft die christliche Tradition "die Weisheit, dass die hierarchische Ordnung unser Schicksal ist; und dass alle Versuche, an ihr herumzubasteln und eine andere, auf Gleichheit beruhende Ordnung herzustellen, in destruktivem Horror enden müssen." Er bringt Paulus als einen Held einer neuen linken Politik hervor und zitiert die Epheser: "Denn wir kämpfen nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen, die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.