Meinungsumfragen zufolge hätten letzten November mehr als 70% der Europäer Barack Obama und nicht John McCain gewählt. "Und für wen hat die Mehrzahl der Europäer soeben gestimmt? Für McCain", schreibt der Journalist und Essayist Jean-Paul Marthoz in der Zeitung Le Soir. "Ein Großteil der europäischen Wähler hat sich gegen die Stromrichtung von Barack Obamas 'sanftem Wechsel' entschieden und somit das Gewicht einer Europäischen Volkspartei bekräftigt, die an stumpfsten Souveränismus und ranzigsten Populismus grenzt." Natürlich bleibt die Mehrheit des Europäischen Parlaments um die demokratische, gemäßigte Achse verankert, aber die Wahlen bestätigen für Marthoz einen konservativen Nationalismus und signalisieren ein Abklingen der europäischen "soft power" auf dem Weltschauplatz. Eine "soft power", die heute von den USA getragen wird.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.