"Aus der griechischen Krise wird gerade eine gefährliche Zerreißprobe für die Eurozone und die Europäische Union", schreibt La Tribune und betitelt ihren Bericht mit dem "griechischen Graben", der noch immer zwischen Paris und Berlin liegt. Jüngste Spannungen erzeugte Angela Merkels Reaktion auf das vom griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou angekündigte Ultimatum. Wenn die Europäer bis zum 2. April keine Lösung für das griechische Problem finden, so wird sich Athen an den IWF wenden. "Aber genau diese Idee gefällt Angela Merkel eigentlich. Schließlich müsse sie dann nicht eine europäische Hilfe einsetzen, für die hauptsächlich Deutschland aufkommen würde", erklärt die Tageszeitung. Auch ihre Wähler würde sie damit zufriedenstellen. Außerdem, "könnte sie, wenn sie sich weigert, ihr Portemonnaie zu öffnen, Präsident Nicolas Sarkozy dazu zwingen, sich der deutschen Vorstellung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion gegenüber aufgeschlossener zu zeigen". Vergangene Woche hatte die französische Finanzministerin Christine Lagarde das Projekt des "Europäischen Währungsfonds" vom Tisch gefegt. Diese energischere Version des Stabilitätspaktes hatte ihr deutscher Amtskollege Wolfgang Schäuble vorgeschlagen. La Tribune schlussfolgert, dass "die IWF-Lösung, die Berlin auch weiterhin in Erwägung zieht, die Gebote um die Wirtschaftspolitik in die Höhe treiben… und den Druck auf den Elysée-Palast erhöhen wird. Dieser zeichnete sich in den vergangen Tagen vor allem durch sein Schweigen aus."
Griechenland
Der deutsch-französische Zankapfel
19. März 2010
Presseurop
La Tribune La Tribune vom 19. März 2010
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.