Berlingske Tidende vom 16. März 2010
"Die Union muss die Mohammed–Sache stoppen" titelt Berlingske Tidende. Am Tag zuvor hatte der dänische Justizminister, der Konservative Lars Barfoed, verlangt, dass Brüssel die europäische Verordnung über die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivilsachen modifiziert. Im Namen der Meinungsfreiheit eilt die Regierung damit dänischen Zeitungen zu Hilfe, die auf ihren Internetseiten Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatten. Einigen droht nämlich ein Prozess in Großbritannien von britischen "Nachfolgern des Propheten", dessen Urteil ohne Eingreifen durch die EU auch in Dänemark rechtswirksam wäre. Die britische Gerichtsbarkeit würde die Kläger dort begünstigen.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.