Richard Murtagh bemerkt in der Irish Times, dass die Europawahl auf den 65. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie fiel, als „anständige Leute begannen, einen Kontinent von den Faschisten zurückzuerobern, die ihn in die Barbarei gestürzt hatten“. Die EU, so erachtet er, ist "in vieler Hinsicht ein lebendiges Denkmal für das, was an diesem Tag erreicht wurde".
Da gibt es heute einen Euroskeptiker, der findet, die EU sei eine "Diktatur". Die Klügsten, argumentiert er, "hüllen ihren angeblichen gesunden Menschenverstand in einen Deckmantel der Verständigkeit". Während einer Rezession zeigen diese Gruppen jedoch ihr wahres Gesicht. Sie "bezichtigen die Ausländer als einen Teil unseres Problems und schlagen vor, sie mit farbigen Karten auszuweisen". Doch niemand ist auf sie hereingefallen, erklärt Murtagh mit einer – für die in der nationalen Tradition des Euphemismus durchaus versierte irische Leserschaft – deutlichen Anspielung auf den Misserfolg der gegen den Lissabonvertrag kämpfenden Libertas, die in Irland keinen einzigen Sitz gewann.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.