"Die Euro-Lüge", titelt der Spiegel über einem Auszug aus dem Vertrag von Lissabon: "Ein Mitgliedsstaat haftet nicht für die Verbindlichkeiten eines anderen Mitgliedsstaates." Tatsächlich hätte die guten Nachrichten aus Griechenland den Regierungschefs nur ein paar Wochen Luft verschafft, schreibt das Nachrichtenmagazin, das die "schlimmsten Hasardeure" nicht in den Finanzhaien sieht, sondern in den Regierungskanzleien der Mitgliedsländer. Diese haben über Jahre entweder "den Euro genutzt, um mit Tricks und Fälschungen auf Kosten anderer zu leben – oder absichtsvoll weggeschaut. Jetzt rächt sich, dass die europäische Gemeinschaftswährung auf nichts anderem gegründet ist als auf einer Reihe von Lügen", meint der Spiegel. Nachdem die Regierungen eine transparente, solide Finanzpolitik und die Einrichtung der versprochenen gemeinsamen Wirtschaftspolitik verweigert haben, stünde Europa nun "vor der Wahl zwischen Selbstmord und Tod", müsste eine der großen Nationen des Kontinents Bankrott anmelden. Die gemeinsame Wirtschaftsregierung der "Schicksalsgemeinschaft" Euroland sei unausweichlich.
Währungsunion
Lügen haben kurze Beine
8. März 2010
Presseurop
Der Spiegel Der Spiegel vom 3. März 2010
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.