Sie ist eine der moralischen Instanzen des Lutherlandes Deutschland. Aber Margot Käßmann, "Idol von Millionen Christen", wird "die Hölle durchqueren", titelt die Boulevardpresse. Denn mitten in der Fastenzeit ist die Bischöfin mit 1,54 Promille von der Polizei gestoppt worden, nachdem sie eine rote Ampel überfahren hatte. Heute Nachmittag trat Käßmann von allen Ämtern zurück. Dem zu großen politischen Ego der Bischöfin feindlich gesinnt, urteilt die Welt: "Es ist ein Unterschied, ob der Bürger XY oder die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland mit 1,54 Promille Alkohol am Steuer erwischt wird." Trägerin eines Amtes, das "mit einer moralischen Autorität ausgestattet [ist], die […] fast alle anderen Ämter weit übertrifft." Die beliebte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland ist bekannt für ihre deutlichen Worte und politischen Stellungnahmen. Erst vor einigen Wochen trat sie landesweit Debatten los, als sie erklärte, dass "nichts gut ist, in Afghanistan" oder das Vizekanzler Guido Westerwelle den "sozialen Konsens im Land gefährde".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.