Die libysche Polizei war am 22. Februar nahe daran die Schweizer Botschaft in Tripolis zu stürmen, während sich das Ultimatum von Muammar al-Gaddafi seinem Ende näherte. Der Revolutionsführer forderte die Auslieferung von zwei Schweizer Geschäftsmännern, die in dem Gebäude seit November Zuflucht suchten. Rachid Hamdani und Max Göldi, offiziell für die Ausübung illegaler Wirtschaftsaktivitäten verfolgt, gelten als diplomatische Geiseln. Ersterer konnte Libyen verlassen, Letzterer jedoch wurde für vier Monate in Haft genommen. "Wahre Freunde erkennt man eben in der Not, ist man versucht zu sagen", kommentiert der Zürcher Tages-Anzeiger. "Selbst Silvio Berlusconi hat offenbar versucht, den libyschen Diktator zu besänftigen." Das Blatt analysiert trotz allem, dass diese Freundschaft von den Eigeninteressen der europäischen Länder stark motiviert ist. Denn alle sind von der libyschen Visaverweigerung an Schengen-Bürger betroffen. "Macht ganz Europa Druck, bewegt sich selbst in Libyen etwas", schließt der TA mit einem Appell an die EU, nicht zu ruhen ehe auch die zweite Geisel frei ist.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.