Großbritanniens "Tage sind gezählt", so die Schocker-Schlagzeile auf der Titelseite der Times, nach einem Bericht über Regierungsausgaben. "An den offiziellen Zahlen ist zu ersehen, dass das Finanzministerium letzten Monat weitere Anleihen in Höhe von 4,3 Milliarden Pfund (4,9 Milliarden Euro) aufgenommen hat", erklärt die Tageszeitung. "Dies ist das erste Mal seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993, dass der Staat im Januar rote Zahlen schreibt – dem Monat, in welchem die Kassen normalerweise mit fetten Steuereinnahmen gefüllt sind." Obwohl Beamte des Ministeriums betonen, dass die Regierung dieses Jahr insgesamt 178 Milliarden Pfund (202 Milliarden Euro) aufnehmen wird, also 12,6 Prozent des BIP, glauben die Experten aus der City, das Defizit werde noch höher liegen als Griechenlands 12,7 Prozent. Für den Leitartikel der Times ist dies "ein monumentales wirtschaftliches Versagen". Großbritannien sei unvorbereitet in "die schlimmste Rezession seit den 1930er Jahren" eingetreten, heißt es dort, und Gordon Browns Jahre als Finanzminister, während derer er "die Sozialausgaben drastisch erhöhte", seien der genau bestimmbare Grund dafür.
Großbritannien
Ein Griechenland im Schafspelz?
19. Februar 2010
Presseurop
The Times The Times vom 19. Februar 2010
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.