Das diplomatische Tauziehen zwischen der Schweiz und Libyen trifft nun auch Europa: Im Gegenzug zur Veröffentlichung Berns einer Liste von 188 libyschen Verantwortlichen (darunter Revolutionsführer Muammar el Gaddafi), denen die Einreise in die Schweiz verwehrt wird, verweigert Tripolis Visa an EU-Bürger des Schengen-Raums (zu dem auch die Schweiz zählt) die Einreise, erklärt die Genfer Zeitung La Tribune de Genève. Die Entscheidung der Schweiz wird in Rom kritisiert. Für Italien sei die ehemalige Kolonie Libyen ein "strategischer Partner" für die Energieversorgung und "im Kampf gegen Terrorismus und illegale Einwanderung" erläutert La Republicca. Die Schweizer Tageszeitung hingegen begrüßt das stolze Aufbegehren der Helveten: "Das Regime von Muammar al Gaddafi kann nicht dauerhaft auf Produktionskraft und Investitionen Europas verzichten. Der angezettelte Visa-Streit könnte sich gut als Bluff erweisen. Unter der Bedingung natürlich, dass die EU nicht in die vom Kolonel gestellte Spaltungsfalle tappt." Die Krise begann 2008 nach der Verhaftung eines Gaddafi-Sohns in Genf. Als Vergeltung hält Libyen zwei Schweizer Bürger in Haft.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.