Am Tag nach der Europawahl in Großbritannien warten viele nun auf den Rücktritt des britischen Premiers Gordon Brown. Seine Labour-Partei erzielte nur einen katastrophalen dritten Platz im Kampf um die EU-Sitze in Straßburg und musste bei den gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen eine Schlappe einstecken. Der Rücktritt von vier Kabinettsmitgliedern in den letzten Tagen war dann wohl der verhängnisvolle Schlag. Der letzte, der den Dienst quittierte, Arbeitsminister James Purnell, gab noch hinterher, indem er Brown in einem offenen Brief zum Amtsverzicht aufforderte. In The Guardian beschreibt die Kolumnistin und einstmals treue Verbündete Polly Toynbee "einen halbtoten Premierminister, der mit Messern im Rücken vorwärts taumelt". "Der Chef kann nicht bleiben", seufzt der Leitartikel der linksliberalen Tageszeitung. In der Zwischenzeit versuchte der stark angeschlagene Brown, mit einer improvisierten Kabbinettsumbildung zu retten, was noch von seinem zusammenbrechenden Amt übrig war. Mit dem Resultat, dass nun auch sein Verteidigungsminister John Hutton die Kündigung einreichte, und dann auch noch Verkehrsminister Geoff Hoon, wie der Guardian berichtete.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.