Die Staatsanwaltschaft Florenz hat gegen Guido Bertolaso, den allmächtigen Chef des italienischen Zivilschutzes, der sich vor Kurzem durch seine Kritik am Einsatz der Amerikaner in Haiti auszeichnete, ein Verfahren eingeleitet. Er soll bei öffentlichen Auschreibungen, darunter denen für das letzte G8-Gipfeltreffen, zugunsten von befreundeten Unternehmern interveniert sein, als Gegenleistung für sexuelle Dienste. "Ihm ist nichts anzuhaben", beteuerte Silvio Berlusconi und lehnte den Rücktritt von Bertolaso, der die Anschuldigungen zurückweist, ab. Die Idylle zwischen dem Regierungschef und seinem "Mann der Tat" hat sich in den letzten Jahren versüßt, je öfter letzterer damit beauftragt wurde, die wiederholten Notfälle zu lösen, von denen Italien betroffen war. "Diese Untersuchung trifft mitten ins Herz des Berlusconismus", bemerkt La Repubblica. Das "undurchsichtige System, von dem seine Kurtisanen profitieren und das die Chancen der anderen beschränkt", werde dadurch noch weiter offen gelegt.
Italien
Berlusconis "Nationalheld" auf heißen Kohlen
12. Februar 2010
Presseurop
La Repubblica La Repubblica vom 12. Februar 2010
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.