"Für sein Rathaus zahlt Prag Mieten in Milliardenhöhe, weiß aber nicht, an wen", schreibt Hospodářské Noviny auf ihrem Titelblatt. Im Jahr 2006 hat sich die Stadt dazu verpflichtet, die Miete für den Škoda-Palast zu bezahlen, in dem sie ihr Rathaus eingerichtet hat. Die Rechnung beläuft sich auf 4,5 Milliarden Kronen (180 Millionen Euro) für 20 Jahre. Dabei hätte man das Gebäude auch für zwei Milliarden Kronen kaufen können. Hospodářské Noviny verurteilt diesen "schändlichen" Vertag. Der Bürgermeister der Hauptstadt – Pavel Bém – mag noch so viele Untersuchungen starten, um herauszufinden, "wer dieses Geld kassiert" – es gelingt ihm einfach nicht. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich hinter der Gesellschaft Guyana Holding – seit einem bisher geheimen in Luxemburg abgeschlossenen Geschäft der neue Besitzer des Palastes – einige Personen verbergen, die bestimmten Politikern nahestehen. Hospodářské Noviny erinnert daran, dass die provisorische Regierung von Jan Fischer ein "Anti-Korruptionspaket" vorgeschlagen hat, um genau solche Praktiken zu bekämpfen. Unterdessen ist Pavel Bém schon wieder in einen neuen Skandal um die Neuverteilung der Prager Verkehrsmittel verwickelt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.