"Ab sofort wird die Ukraine dem Westen gleichgültig sein", schreibt Revista 22 am Tag nach den Präsidentschaftswahlen in der ehemaligen Sowjetrepublik. "Vor einigen Jahren galt Kiew noch als wichtiger Bestandteil der politischen Architektur Europas", schreibt Alexandru Lazescu. Er vergleicht den Sieg des pro-russischen Kandidaten Wiktor Janukowytsch gegenüber der ehemaligen guten Fee des demokratischen Aufstandes im Jahr 2004, Julija Tymoschenko, mit dem "offiziellen Tod der Orangen Revolution. Für das Land bedeutet dies die Rückkehr des Moskauer Einflusses. Der aus dem Amt scheidende Wiktor Juschtschenko und seine ehemalige Regierungschefin haben das Vertrauen verspielt, das sie in Europa erlangt hatten". Aus diesem Grund "kannte man das Ergebnis schon vor den Wahlen. Daher haben die Medien im Westen auch kaum darüber gesprochen". Von nun an muss sich die EU auf "die neue strategische Konstellation, die sich im Südosten Europas abzeichnet", einstellen und versuchen ihre Nachbarschaftspolitik neu zu definieren.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.