"Dies verdorbene Parlament." Die Überschrift auf der Titelseite des Daily Telegraph mit einem Foto der Turmspitzen von Westminster unter bedrohlichen Wolken spricht für sich. Fast ein Jahr nachdem die Londoner Tageszeitung enthüllte, dass Parlamentsabgeordnete zu hohe Spesen einforderten, hat die von Sir Thomas Legg geleitete Untersuchung ihren Bericht veröffentlicht, in dem deutlich wird, dass "der Missbrauch des Systems weitaus verbreiteter war, als die paar 'schwarzen Schafe', die ursprünglich des Skandals beschuldigt wurden." Fast die Hälfte des Unterhauses muss eine Million Pfund (1,15 Millionen Euro) für falsche Forderungen zurückzahlen. Sir Thomas' Bericht zufolge sind die schwersten Verstöße Rechnungen für die Verwaltung von Zweitwohnungen und unverschämte Reisekosten. Ein Parlamentsmitglied verbuchte 38.550 Pfund (44.000 Euro) für seine Reisen. Es wurde auch aufgedeckt, dass "Dutzende Parlamentsmitglieder Speisesäle im Parlament buchten, damit Lobbyisten und Privatfirmen dort Empfänge und Abendessen abhalten konnten."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.