Geert Wilders rechtsradikale Partei für die Freiheit (PVV) feiert schon ihren Durchbruch: Bisher ohne Sitz in der europäischen Volksvertretung, wird sie wahrscheinlich vier der 25 niederländischen Mandate gewinnen. Damit bleibt die PVV immer noch hinter den Christdemokraten (5 Sitze), ist aber die einzige Partei, die sich deutlich verbessert. Für De Volkskrant "hat die PVV am stärksten von der Welle der Euroskeptiker profitiert. […] Das ist eine schmerzliche Feststellung, denn die Niederlande können nicht auf Europa verzichten". Aus Sicht der Zeitung liegt die Verantwortung bei den Politikern, "denen es nicht gelungen ist ihre Wähler von der Bedeutung des Europäischen Parlaments zu überzeugen". Trouw zählt dagegen alle Sitze zusammen und stellt fest, dass "die pro-europäischen Parteien wie die Demokraten 66, oder die Grünen ebenfalls erstarkt aus den Wahlen hervorgehen" [beide legen zu, von 1 auf 3 (Demokraten), und von 2 auf 3 Sitze für die Grünen]. Auch wenn die Wahlbeteiligung ähnlich der von 2004 sei, so ist sie "wesentlich höher als in den neunziger Jahren". Also, so will die Zeitung wissen "tragen die Niederländer heute Europa […] in ihrem Herzen".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.