Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 4. Juni 2009
Gefedert, unter Zellophan, im Großen und Ganzen recht unansehnlich. Und wenn diese Hühnchen nun die Quintessenz der Europawahl symbolisierte? Die Frankfurter Allgemeine Zeitung ist von selbigem überzeugt und ziert ihre Titelseite folglich mit dem Geflügel, das das Europaparlament für seine eigene Wahlkampagne gebraucht. "Krieg oder Frieden? Das war gestern. Heute geht es um Brust oder Keule, um Verbraucherschutz und Verpackungsetiketten". Damit das europäische Hühnchen durch eine Vielzahl von "Hinweisen, Erläuterungen und Warnschildern" geschützt wird, – so fügt die FAZ an, erwartet das Parlament die Wähler an der Urne.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.