Während man in Belgien allerorts die Ernennung des neuen Erzbischofs von Brüssel kritisiert, lässt sich der Vatikan mit seiner Entscheidung über die Nachfolge des so beliebten Kardinals Miloslav Vlk im Erzbistum von Prag noch Zeit. Selbst die Presse macht sich schon Sorgen.
Le Soir bezeichnet den am 18. Januar von Papst Benedikt XVI. ernannten Erzbischof André-Mutien Léonard als "bekanntesten aber unbeliebtesten" Kandidaten. Die Gründe dafür sind seine erzkonservativen Stellungnahmen in Sachen Euthanasie, Abtreibung, Homosexualität, Stammzellenforschung, Scheidung oder Empfängnisverhütung. Laut einer Le Soir-Umfrage sind gerade mal 17 Prozent der belgischen Katholiken davon überzeugt, dass er einen guten Erzbischof abgeben könnte. "Einen neuen Vlk zu finden ist nicht einfach", titelt ihrerseits die Mladá Fronta DNES und betont, dass Vlk seinem Nachfolger ein schweres Erbe hinterlässt. Richtig, denn die Tschechische Republik ist "eines der Länder Europas mit den meisten Atheisten". Die "Beziehungen zwischen Kirche und Staat" gestalten sich hier noch immer schwierig. Ein wichtiger Grund dafür sind die "mit der Zurückerstattung der von den Kommunisten konfiszierten Kirchengüter verbundenen Probleme".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.