"Europa ist in Gefahr, in den Augen der Welt zu einer neuen Schweiz zu werden." Guy Verhofstadt schlägt in einer Pressetribüne in den belgischen Zeitungen Le Soir und De Morgen Alarm. Nach dem Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen (COP 15) stellt der Vorsitzende der Liberalen im Europaparlament und ehemalige belgische Regierungschef fest, dass "die Supermächte nicht mehr auf Europa hören". Trotz des Vertrags von Lissabon, der eine europäische Diplomatie schaffen sollte, fanden die abschließenden Verhandlungen ohne Beteiligung der EU statt. Für Verhofstadt ist "Kopenhagen das Signal, dass die EU auch politisch zusammenfinden muss. Eine politische Föderation. Den Mitgliedsstaaten bleibt keine andere Wahl: entweder hört man Europa als eine Stimme, oder man hört es gar nicht mehr."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.