“Griechen retten Europas Banken”, titelt, etwas provokant, die Tageszeitung. Dem Berliner Blatt zufolge werden die Griechen von dem europäischen Hilfsangebot nicht profitieren und “müssen künftig mit erheblich niedrigeren Löhnen, einem eingeschränkten Kündigungsschutz, einer schlechteren Gesundheitsversorgung und einem massiven Ausverkauf ihres Staates leben.”
Und trotz allem könnte die griechische Schuld 2020 genauso hoch wie heute sein.
Für den Journalisten Eric Bonse profitiert von dieser Hilfe, die er “ein rücksichtloses Diktat” nennt, in erster Linie das Banksystem, dass dank der Zinsen des griechischen Staatskredits, einem Konjunktureinbruch entkommt:
In Wahrheit haben Schäuble & Co. den Gläubigern geholfen, nicht den Menschen in Griechenland. Profitieren werden Banken, Versicherungen und Hedgefonds in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Bei einer [griechischen] Pleite hätten sie alles verloren. […] Die privaten Gläubiger, die laut Schäuble mithaften sollen, werden in Wahrheit massiv begünstigt. Das ist ein schönes Geschäft für die Gläubiger, und ein ganz schlechtes für Europa.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.