9. Dezember. Irland bereitet sich auf das drakonischste Budget seiner gesamten Landesgeschichte vor. Um weiterhin am internationalen Wertpapiermarkt mitspielen zu können, plant die Regierung das von Schulden geplagte staatliche Defizit um mehr als zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu senken (ca. 4 Milliarden Euro). Vor allem der öffentliche Dienst muss dabei zurückstecken: 1,3 Milliarden Euro wurden gestrichen. Laut des Irish Independent wird auch die Sozialhilfe eine der ersten sein, die über Bord gehen. Der irische Regierungschef Brian Cowen plant auch weitere Kürzungen in Hülle und Fülle, u. a. zehn Prozent des Kindergeldes. Die einzige gute Nachricht, von der man auf der Titelseite der Dubliner Tageszeitung erfährt, ist die geplante Reduzierung der Alkoholverbrauchssteuer. Ein Pint Bier soll demnach etwa zehn Prozent weniger kosten und so zum öffentlichen Gedächtnisschwund beitragen, dank dem vergessen werden soll, wie sehr die irische Regierungspartei Fianna Fail Misswirtschaft betrieben und die Finanzen des Landes während des irischen Wirtschaftsbooms (der Jahre des Keltischen Tigers, in denen bis zu zehn Prozent Wachstum verzeichnet wurden) ruiniert hat.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.