Mehr als 350.000 Menschen nahmen an der Demonstration "No-B Day" teil und forderten den Rücktritt von Ministerpräsident Berlusconi. Unterstützt wurden sie unter anderem von Bloggern und der Partei von Ex-Staatsanwalt Antonio di Pietro, Italia dei Valori [dt. Italien der Werte]. Die Berlusconi gewöhnlich scharf kritisierende Zeitung Il Fatto Quotidiano betont die "neue Energie" der jungen demonstrierenden Menschen in Rom, dieser "im Stich gelassenen Generation, welche in diesem von verbitterten und gleichgültigen Machthabern regierten Land weder Arbeit noch irgendwelche Perspektiven hat". Auch Il Manifesto ist dieser Ansicht und spricht von einer neuen Generation, in der "trotz allem eine Stimme wollen", auch wenn sie 1968 nicht erlebt haben und nicht zu den Anhängern der wichtigsten Parteien des Landes gehören. Berlusconis Il Giornale ist damit offensichtlich nicht einverstanden. "Sie wollen ihn am Boden sehen" und werden so "irrtümlich zu 'picciotti' (Verbündeten der Mafia)". Die Zeitung führt Erklärungen des Abtrünnigen Gaspare Spatuzza an, der Berlusconi kürzlich vorwarf, mit der Mafia gemeinsame Sache zu machen. Laut Il Giornale zielen die Angriffe Spatuzzas nur darauf ab, den Kampf der Regierung gegen die Mafia zu beeinträchtigen. Dieser führte in den vergangenen Monaten zur Verhaftungen vieler Mafiabosse.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.