Mitten in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit fast einem Jahrhundert kommt als gute Nachricht, dass die Bankmanager der City dieses Jahr zu Weihnachten nicht hungern müssen. Auf der Titelseite der heutigen Times finden sich die beruhigende Nachricht, dass 200 Führungskräfte der Lloyds Bank "einmalige Zahlungen von bis zu 80 Prozent ihres Jahresgehaltes erhalten werden", während die Royal Bank of Scotland (RBS) festlichen Jubel verbreitet, indem sie "1,5 Milliarden Pfund ihren Führungskräften ausschüttet, was einen Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2008 bedeutet." Hierbei handelt es sich um die gleichen Banken, denen die britische Regierung mit läppischen 100 Milliarden Euro aus der Patsche geholfen hat, seitdem die Krise letztes Jahr ausbrach. Bis jetzt beläuft sich die Hilfe der britischen Regierung für ihr todgeweihtes Banksystem auf "846 Milliarden Pfund oder 40 000 Pfund pro Familie in Großbritannien", kann man dem Bericht vom 4. Dezember des National Audit Office entnehmen. Im Falle der RBS hatten Premierminister Gordon Brown und Wirtschaftsminister Lord Peter Mandelson versprochen, alle Ausschüttungen mit einem Veto zu belegen. Doch als der Vorstand damit drohte, abzudanken, wichen sie entschlossen vor "einer Konfrontation" zurück.
Vereinigtes Königreich
Frohe Weihnachten für Banker
4. Dezember 2009
Presseurop
The Times The Times vom 4. Dezember 2009
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.