Weder Europa noch der gefürchtete Vertrag von Lissabon haben David Camerons wiederauferstehende Tories bisher zum Scheitern gebracht. Aber vielleicht wird es sein Kampf für den Umweltschutz tun. Das Titelblatt des Independent berichtet über die Wiederauferstehung von Tory-Dinosauriern wie Ann Widdecombe, die aus der ertragreichen und gnädigen Thatcher-Ära stammen. Sie alle wollen die Gelegenheit beim Schopfe fassen: Cameron drängt am Vorabend des COP15-Gipfels darauf, eine "wahre, verbindliche und gerechte Abmachungen" zu finden, um "die Kohlendioxidemissionen abzustellen, für welche die wichtigsten Wirtschaftszweige verantwortlich sind". Der ehemaliger Innenminister des Schattenkabinetts David Davis äußert ebenfalls in den Spalten der Londoner Tageszeitung, dass eine solch kompromisslose Politik wie die von Cameron, die das Ziel des CO2-Emissionsstops derart hartnäckig verfolgt, "zum Scheitern verurteilt ist". "Die grausame Entschlossenheit, mit der Büßerhemd-Politik für die staatlichen Steuern (auf Urlaubsflügen) erzwungen werden sollen und mithilfe derer unsere so schöne Landschaft durch Windturbinen entstellt werden soll… wird in einem demokratischen Land gezwungenermaßen Reaktionen hervorrufen", schreibt er.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.