Der ehemalige polnische Präsident Aleksander Kwaśniewski arbeitete von 1983 bis 1989 als Informant für die kommunistische Geheimpolizei. Dies behauptet ein Artikel des National Remembrance Institute (IPN, Institut für Nationales Gedenken), der die Titelseite der polnischen Presse schmückt. Laut Gazeta Wyborcza wurde der von 1995 bis 2005 als polnischer Präsident tätige Kwaśniewski im Jahr 2000 von einem Sicherheitsüberprüfungsgericht von dieser Anklage freigesprochen. Auch gibt es laut den Berichten der Tageszeitung keinerlei zusätzliche Beweise, die gegen ihn sprächen. Der Verfasser des Artikels, Piotr Gontarczyk (,der sich mit seinem berühmt-berüchtigten Buch über Lech Walesas angebliche Zusammenarbeit mit dem kommunistischen Geheimdienst einen Namen gemacht hat), betont jedoch, dass das Gericht nicht alle Umstände und Dokumente berücksichtigt hat, die ihm gegenwärtig zur Verfügung stehen. Beispielsweise glaubte man damals überall, dass die Mitglieder der kommunistischen Partei (und Kwaśniewski war eines von ihnen) nicht als Informanten für die Geheimpolizei arbeiten durften. Heutzutage weiß man aber, dass dies nicht der Fall war. In ihrem Leitartikel spricht Gazeta Wyborcza davon, dass Gontarczyk "alle Indizienbeweise gegen Kwaśniewski auslegt" und all die Fakten ablehnt, die für seine Unschuld sprechen könnten. Nach Lech Walesa ist Kwaśniewski der zweite polnische Präsident, dem man vorwirft, mit der kommunistischen Geheimpolizei zusammengearbeitet zu haben.
Polen
Ex-Präsident als Rotes Gespenst enttarnt?
2. Dezember 2009
Presseurop
Gazeta Wyborcza Gazeta Wyborcza vom 2. Dezember 2009
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