Offiziell ist es keine "Restrukturierung", sondern es geht lediglich um "Funktionsstärkung". Das deutsche Unternehmen DHL hat soeben 788 seiner belgischen Angestellten angekündigt, dass ihre Arbeitsplätze nach Prag, Leipzig und Bonn verlagert würden. Dazu kommen die 2000 bedrohten Opel-Stellen in Antwerpen und die Entlassung von 43 Sanofi-Angestellten in Diegem. Belgien mit seinen vielen ausländischen Unternehmen "kontrolliert die Beschäftigung nicht mehr", sorgt sich Le Soir. Das Blatt zweifelt an der "Richtigkeit der Wirtschaftspolitik der letzten 20 Jahre". "Rar waren diejenigen, die sich Sorgen machten, als die großen wirtschaftlichen Entscheidungsträger das Land verließen", meint das Brüsseler Blatt. Ebenso wenig forderte man wenigstens das langfristige Festhalten an belgischen Standorten. Verloren in seinen inneren Streitigkeiten und von an Naivität grenzenden europäischen Gefühlen durchtränkt, hat Belgien zugelassen, dass sein Familienschmuck verkauft wird.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.