"Von der tiefen Rezession über wankende Banken und Streiks bis zur heimtückischen gallischen Hand – weder Brian Cowen noch die Bürger Irlands scheinen dieser Tage zur Ruhe kommen zu können." So heißt es im Artikel auf der Titelseite des heutigen Irish Independent, der die düstere Stimmung in einem krisengeschüttelten Land einfängt, das nun, nur eine Woche nach seinem umstrittenen Aus in der Fußball-WM, die schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten erlebt. Mit einem Foto von Taoiseach Brian Cowen, der gummibestiefelt durch die hochwassergeplagte Stadt Ballinasloe im County Galway schreitet, beschwört die Dubliner Tageszeitung den "frostigen Wind" und die "abendliche Düsterkeit" herauf, die zusammenfassen, was das unbeliebte Staatsoberhaupt wohl als sein "annus horribilis" bezeichnen könnte. Cowen wird, auch wenn der Regen nachgelassen hat, mit dem heutigen Beamtenstreik fertig werden müssen, der Teil einer landesweiten Protestbewegung gegen das neue Budget der Regierung ist. Letzteres verspricht drastische Kürzungen und nur wenig Hoffnung für ein Land, das dieses Jahr unter einem riesigen Defizit – über zwölf Prozent des BIP – und einem negativen Wachstum in Höhe von 7,5 Prozent gelitten hat.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.