In Frankreich ist es zur aktuellen Polemik geworden: Nachdem sich die Schriftstellerin Marie NDiaye, die den Goncourt-Preis 2009 erhielt, kritisch über die Politik von Präsident Nicolas Sarkozy geäußert hatte, fordert der geschockte Abgeordnete Eric Raoult beim Kulturminister eine "Zurückhaltungspflicht" der Träger des renommiertesten Literaturpreises Frankreichs. In einem Interview für die Zeitschrift Les Inrockuptibles im August 2009 sagte Marie NDiaye, dass sie zu großen Stücken aufgrund ihrer Aversion gegenüber dem französischen Präsidenten nach Berlin gezogen sei: "Ich finde diese Atmosphäre der Überwachung und der Pöbelhaftigkeit abscheulich", erklärte sie. Libération schreibt, dass "dieser Zensurvorschlag genau das aktuelle Klima aufzeigt, das bei den französischen Konservativen und der Regierung herrscht", und gibt das Wort an die Schriftstellerin und den Minister Frédéric Mitterrand, der "sich zu diesem lächerlichen Streit nicht herablassen" möchte.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.