Mit seinem Urteil vom gestrigen Dienstag ordnet der Europäische Gerichtshofes für Menschenrechte die Beseitigung aller Kruzifixe in italienischen Schulen an. Grundlage des Urteils: Sie stellen eine "Verletzung der Religionsfreiheit der Schüler" dar. Die italienischen Katholiken schäumen vor Wut. La Repubblica berichtet, dass der Vatikan diese "ideologische und kurzsichtige Entscheidung" heftig kritisiert hat. Die Regierung Silvio Berlusconis kündigte an, dass sie Berufung einlegen wird. Der Oppositionsführer Pierluigi Bersani der Demokratischen Partei mischte sich ebenfalls ein und plädierte gegen das, was er einen Verstoß gegen den "gesunden Menschenverstand" nennt. Unter den anderen italienischen Zeitungen betrachtet Corriere della Sera dies als eine so abscheuliche "Jagd auf Symbole" wie es das französische Verbot der Hijab (des arabischen Kopftuches) für Schüler war. In La Stampa beobachtet Michele Ainis, dass "Kein Gesetz der italienischen republikanischen Gesetzgebung Kruzifixe in Schulen vorschreibt". Ihre Anwesenheit ist ein Überbleibsel aus der faschistischen Ära und ein Zeichen für die andauernde Ehrerbietung, die der Staat der Kirche erweist.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.