"Das Lévi-Strauss-Jahrhundert". Diese eine ganze Seite füllende Hommage widmet Libération dem Mann, der die moderne Anthropologie begründet hat und am 30. Oktober im Alter von 100 Jahren aus dem Leben schied. Sein von den Begegnungen mit brasilianischen Indianern erzählendes Werk Traurige Tropen (Tristes Tropiques), das 1955 veröffentlicht wurde, machte ihn zu einem weltweit berühmten Schriftsteller und Wissenschaftler. Der Strukturalismus, d. h. die Suche nach "universellen Strukturen", die der Gesellschaft zugrunde liegen, wurde zum Leitmotiv seines Denkens. Jedoch stellten seine Schriften auch Anthropologie, Ethnologie, Philosophie, Linguistik und Psychoanalyse auf den Kopf. Für Libération steckt im Gesamtwerk von Claude Lévi-Strauss ein besonders wichtiger Beitrag: Die Ablehnung einer möglichen "Überlegenheit einer Kultur gegenüber einer anderen". "Sein Tod wird man in Harvard, in Yale, in Brasilien und allen anderen Universitäten der Welt spüren", betont Jean d’Ormesson im Figaro . Er und Lévi-Strauss waren Mitglieder der Académie française. "Vielleicht war er der letzte französische Intellektuelle mit einer so weitreichenden internationalen Bedeutung."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.