Seitdem der Minister für Einwanderung eine große Debatte zur nationalen Identität angekündigt hat, erobern verschiedene Polemiken ganz Frankreich. "Man muss wieder stolz darauf sein können, Franzose zu sein", hatte Eric Besson am 25. Oktober erklärt. Drei Tage zuvor hatte man ihn für die per Charter in ihr Land zurückgeführten drei Afghanen scharf kritisiert. Die französische Zeitung L’Humanité sieht dies auf ihrem Titel ganz in der unheilvollen Tradition Pétains. Sie lehnt allein den Begriff der nationalen Identität ab, der "aus den Tiefen der reaktionärsten Rechten hervorgeholt wurde". Die kommunistische Tageszeitung ist über die "Verbindung der Franzosen zu ihrem Heimatland", die Sarkozy zur Verherrlichung der nationalen Identität verwendet, empört. Für sie ist dies beispielhaft für "diesen mehr als erschütternden Rückschritt" und erinnert an die berühmte Rede des Marschalls Pétain: "Die Erde lügt nicht". [Philippe Pétain steht für das von 1940 bis 1944 existierende Kollaborationsregime Vichy.] Jedoch hofft L’Humanité, dass diese Debatte zu einer "heilenden ideologischen Klärung der Prinzipien der Republik" beitragen wird.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.