"Zocker oder Opfer?", fragt Vieidas auf dem Titelblatt und meint damit die Hauptaktionäre der Bank Snoras, den Litauer Raimondas Baranauskas, sowie den Russen Wladimir Antonov, welchem unter anderem noch die britische Fußballmannschaft von Portmouth gehört. Die beiden Männer sind am 24. November in London auf Antrag der litauischen Justiz mit einem internationalen Haftbefehl festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, 3,4 Milliarden Litais [rund eine Milliarde Euro] der Bank veruntreut, sowie deren lettische Filiale Latvijas Krajbanka, die sechstgrößte Bank Lettlands, um 100 Millionen Lati [rund 144 Millionen Euro] betrogen zu haben. Ihnen drohen bis zu sechs Jahren Haft.
Snoras ist am 16. November verstaatlicht worden, nachdem gefälschte Bilanzen bekannt wurden, eine Premiere im postsowjetischen Litauen, wie Vieidas betont. Das Geldinstitut stehe vor der Insolvenz und solle abgewickelt werden. Ein Schritt, der von Vertretern der Bankkunden kritisiert wird. Ihnen zufolge sei das Verfahren "weder transparent, noch gerecht oder vernünftig", berichtet das Magazin. In Lettland wurden zunächst Ermittlungen über die Krajbanka eröffnet und das operative Geschäft des Geldinstituts suspendiert, bevor man die voraussichtliche Insolvenz bekannt gab, wonach die Kunden von Snoras und Krajbanka massenweise in die Filialen strömten, um ihr Guthaben abzuheben.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.