"Die Teilnehmer sind weder eine Bande Reaktionärer, noch gehorchen sie bedingungslos den Anweisungen der Bischöfe", berichtet die konservative Tageszeitung ABC am Tag nach den Demonstrationen gegen die Reform des Abtreibungsgesetzes von 1985. Am 17. Oktober hatten mehrere tausend Menschen in den Madrider Straßen daran teilgenommen (laut Polizei waren es 250.000, laut Organisatoren 1,2 Millionen). Seit die Regierung eine Reform auf den Weg gebracht hat, mehren sich die Kontroversen um den Schwangerschaftsabbruch. Erlaubt werden soll der Schwangerschaftsabbruch u. a. Minderjährigen ab dem Alter von 16 Jahren, ohne dass ihre Eltern darüber in Kenntnis gesetzt werden müssen. Vor der 14. Schwangerschaftswoche soll jeder völlig frei über eine Abtreibung entscheiden können.
Für die spanische Presse zeichnet sich die Debatte um die Reform vor allem dadurch aus, dass man nicht einmal versucht, "sich zu einigen". Das ist der Grund für "ein parteiisches Gesetz, welches für Millionen von Spaniern inakzeptabel ist." Deswegen muss der Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero "das Geschrei auf den Straßen zu Hören bekommen und versuchen, Absprachen zu treffen, damit sich viel mehr Bürger in diesem Text wiedererkennen können." El País überraschen die "massive Anwesenheit" der Anführer der oppositionellen Rechten bei den Demonstrationen und der "Gedächtnisschwund", den sie an den Tag legen. Schließlich haben sie sich ganze acht Jahre lang, die sie an der Regierung waren, nicht ein einziges Mal mit dem Gesetz beschäftigt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.