"Belgien gilt als Heimat des Surrealismus" und "wer jemals mit belgischen Behörden zu tun hatte, weiß, dass das Absurde sehr konkrete Formen annehmen kann", witzelt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der italienische EU-Abgeordnete Rosario Crocetta hat das als Letzter zu spüren bekommen. Der ehemalige Bürgermeister von Gela in Sizilien ist seit Juli Mitglied im EU-Parlament und steht auf der Todesliste der Cosa Nostra. Drei Anschläge gegen ihn sind nur knapp vereitelt worden. In Italien hat er permanenten Polizeischutz. Und wenn das EU-Parlament in Straßburg tagt, stellt auch Frankreich Leibwächter für ihn bereit. "Nur in Brüssel", wo es solche Sicherheitsvorkehrungen nicht gibt, "fühlt sich Crocetta schutzlos." Drei Mal nur hat er an den Sitzungen des Parlaments teilgenommen. Das belgische Innenministerium hingegen versichert, Crocetta "sehr wohl Schutz angeboten zu haben" unter der Bedingung detaillierte Informationen über die Personen, die ihn bedrohen zu erhalten. "Das aber sei vollkommen blauäugig", bemerkt der Abgeordnete.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.