Sollte die Tschechische Republik bestraft werden, nur weil ihr Präsident Václav Klaus weiterhin die Unterschrift zur Ratifizierung des Vertrages von Lissabon hinauszögert? Diese Frage stellt Tony Barber in seinem wohlbekannten Brussels Blog der Financial Times. Er spielt auf das "verantwortungslose Gerede" in den Fluren der Europäischen Union an, in denen man mahnt, dass man den Tschechen "einen Sitz in der nächsten Europäischen Kommission aberkennt". Wie Baber die Lage einschätzt, würde das den tschechischen Führungspersonen nur Zündstoff liefern. Sie haben die EU schon als "neu erfundene Sowjetunion" hingestellt. Er erklärt, dass Klaus sich mit der Zustimmung des tschechischen Parlaments immer mehr im Alleingang befindet. Er spielt auf die "ernüchternde Lektion" des Jahres 2000 an, als Österreich eine Koalitionsregierung mit der rechtsextremen freiheitlichen Partei Jörg Haiders bildete. Damals reduzierten die anderen Mitgliedsstaaten der EU ihre Beziehungen zu österreichischen Ministern und froren ihre Kontakte ein. "Jedoch hat sich am Ende das Gegenteil von dem abgespielt, was man beabsichtigt hatte, indem man die österreichische Regierung zum Märtyrer machte und den patriotischen Stolz des österreichischen Volkes verstärkte". "Die EU", schreibt er, "ist eine Organisation deren erste Pflicht es ist, Dinge zu tun, indem sie einen Konsens herbeiführt, und nicht, indem sie Meinungsverschiedenheiten zerschlägt".
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.