"Deutschland warnt vor Krieg in Europa", titelt der Daily Express – mit dieser Schlagzeile will die Boulevardzeitung das Blut der Engländer ordentlich in Wallung bringen. Der nationalistischen britischen Zeitung zufolge sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel diese "schauerliche Warnung" nur wenige Stunden aus, bevor der EU-Gipfel zur Rettung der Einheitswährung einen 1-Billionen-Euro-Plan "zusammenschusterte". In ihrer Rede vor dem Bundestag hatte die Kanzlerin zuvor gesagt: "Scheitert der Euro, scheitert Europa." Sie sprach von der historischen Verpflichtung, mit allen Mitteln den Vereinigungsprozess Europas zu schützen, den unsere Vorfahren nach jahrhundertelangem Hass und Blutvergießen eingeleitet haben. Was den Ausgang des "chaotischen" Brüsseler Gipfels angeht, so zitiert die eindeutig EU-feindlich eingestellte Boulevardzeitung einen erfahrenen Tory, der die Vereinbarung als "auf eine klaffende Wunde geklebtes Pflaster" ab tut.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.