In der linksliberalen Pariser Presse wird der ganz große Schritt der EU in Richtung “Bundesstaat” verkündet: Libération meint, dass die EU beim Euro-Gipfel in Brüssel die Wahl hatte zwischen “einem letzten Aufbäumen und Chaos”. “Was die nationalen Politiken noch vor kurzem entschlossen ablehnten, wurde durch die wilde Spekulation nun zwangsweise Wirklichkeit. Die Union ist jetzt eine Föderation und wird sich immer weiter in diese Richtung entwickeln”, so die Tageszeitung in ihrem Editorial.
“Natürlich sind die ‘Vereinigten Staaten von Europa’ derzeit ein Ungetüm aus monetären und finanziellen Strukturen sowie Notlösungen zur Abdichtung der Risse der Eurozone. Das wichtigste ist jedoch, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs, allen voran Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, verstanden haben, dass sie besser als Neubegründer der Europäischen Union in die Geschichte eingehen sollten als als ihre Totengräber. Jetzt muss dieser politische Kontinent urbar gemacht werden. Die Mitgliedsstaaten müssen sich durchringen, die so beruhigend wirkende, zwischenstaatliche Struktur aufzugeben und dem Europäischen Parlament endlich mehr Macht zuzugestehen”, lautet die Schlussfolgerung der französischen Tageszeitung.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.