Die von Silvio Berlusconi versprochenen Reformen, die notwendig sind, um das Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien zu vermeiden, riefen bei Angela Merkel und vor allem bei Nicolas Sarkozy nur Spott hervor. Das kommt bei der Cavaliere-freundlichen Presse in Italien schlecht an. So fordert Il Giornale Sarkozy auf seiner Titelseite auf, sich zum Teufel zu scheren. Die Mailänder Tageszeitung, im Besitz des Bruders des Regierungschefs, schließt sich dem Aufruf an, den der Direktor von Il Foglio, Giuliano Ferrara, in seiner Zeitung veröffentlicht. Dort fordert Letzterer nämlich die Italiener auf, am heutigen 25. Oktober um 17 Uhr vor der französischen Botschaft in Rom zu demonstrieren, um “Sarkozy das spöttische Lachen ins Gesicht von Berlusconi und des italienischen Volks zurückzugeben”.
Zur selben Zeit wird der Regierungschef versuchen, seinen Partner der Liga Nord davon zu überzeugen, der von der EU geforderten Rentenreform zuzustimmen. “Das Programm des Duos in Brüssel bestand darin, die französisch-deutschen politischen Probleme auf Italien abzuwälzen. Tonangebend war Sarkozy. Den französischen Banken, Anlegern und Sparern ist jedoch alles andere als zum Lachen zumute, denn sie halten mehr als 400 Milliarden italienische Wertpapiere”, während in Italien “Staat und Sparer unschlagbar sind und die Arbeitslosenquote unter derjenigen Frankreichs liegt. Jetzt haben wir die Lacher auf unserer Seite”, so die Schlussfolgerung von Ferrara.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.