"Wahnsinnstag bei der RAI", titelt La Repubblica nach der jüngsten Schlacht im Krieg zwischen dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen und Silvio Berlusconi. Annozéro, die Rai2-Sendung, die dem Ratspräsidenten bereits ein Dorn im Auge ist, nachdem sie einem seiner schärfsten Kritiker, Marco Travaglio, eine eingeladen hatte, hat nachgelegt. Dieses Mal war die Prostituierte Patrizia D'Addario zu Gast, die mit der Offenlegung, dass sie gegen Bezahlung mit Berlusconi geschlafen hätte, das italienische Sexgate losgestoßen hatte.
"Santoro [der Annozero-Moderator] hat keinen konservativen Politiker gefunden, der sich in der von einem solchen Mädchen beschmutzten Sendung zur Schau stellen wollte", lästert Curzio Maltese in La Repubblica. "Keiner von ihnen hat sich unterdessen geschämt, sich mit Patrizia und so vielen anderen Mädchen auf eine Wahlliste aufstellen zu lassen." Die Tageszeitung nutzt die Gelegenheit und ruft seine Leser auf mit dem FNSI (Gewerkschaft der italienischen Journalisten) am 3. Oktober in Rom für die Pressefreiheit zu demonstrieren. Das Blatt druckt hierfür einen Artikel von Roberto Saviano, der auch von El País, Le Figaro, The Times und der Zeit übernommen wird.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.