Mit einer Auflage von 3 Millionen und stets lauter Stimme gegen die “Pleite-Griechen” fährt Bild heute eine neue Attacke. „Auf Konten in der Schweiz: Griechen bunkern 200 Milliarden Euro!“ titelt das Berliner Boulevardblatt, das auch im Kanzleramt eine treue Leserschaft hat. “Während Europa mit Milliarden-Paketen um die Rettung Griechenlands kämpft, schaffen immer mehr Griechen ihr Vermögen außer Landes”, empört sich Bild und fordert in ihrem Leitartikel: “Stoppt die Geldflucht!” Bisher haben die griechischen Eliten weder eine Transfersteuer noch Sanktionen für Steuerhinterziehung akzeptiert, beklagt die Zeitung.
Das griechische Kapital befindet sich in der Schweiz, meldet auch die Financial Times Deutschland und titelt: “Schweiz soll Griechen-Geld ausliefern”. Nach Berichten der Tageszeitung bereitet sich Bern auf Verhandlungen mit Athen vor, um die Kapitalflucht aus Griechenland aufzuhalten. Die bereits getroffenen Vereinbarungen mit Deutschland und Großbritannien zur Besteuerung des Kapitals der Kunden dürften ihnen dafür genügend Inspiration liefern. Im Gegenzug würde Griechenland darauf verzichten müssen, Steuersünder und beteiligte Banken zur Rechenschaft zu ziehen. “Die Athener Regierung erhofft sich von dem Deal mehr sozialen Frieden im Land: Ihr wird vorgeworfen, dass die Mittel- und Unterschicht bislang die Hauptlasten der Einsparungen tragen muss”, erklärt die Financial Times Deutschland.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.