Das Willy-Brandt-Haus "brennt an allen Ecken und Enden", schreibt die Frankfurter Rundschau. Nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl wollte die SPD eigentlich die personelle Ausrichtung "in einem geordneten Verfahren" regeln. Das war wohl nichts, bemerkt die Tageszeitung: noch am Wahlabend habe Frank-Walter Steinmeier im Parlament erklärt, er wolle der Chef der Opposition im Parlament sein. Das ist nun so. Parteivorsitzender Franz Müntefering hat seinerseits am 28. September seinen Rückzug angekündigt. Doch just in dem Moment, als er Steinmeier öffentlich seine Unterstützung für den Griff nach dem Parteivorsitz zusichert, fordert der Berliner Landesvorstand einen "kompletten personellen Neuanfang ohne Müntefering und Steinmeier". Die Kandidaten drängen. An ihrer Spitze, Umweltminister Sigmar Gabriel, alias "Siggi Pop". Der als fleißig und kompetent bekannte Politiker gilt als bester Redner der neuen Generation. Und Andreas Nahles, Aushängeschild der Parteilinken, die sich bereits bewiesen hat, aber als "Königsmörderin" gilt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.