"Das Warten auf den Zusammenbruch", titelt Gazeta Wyborcza und warnt die EU vor der Zeitnot, in die sie die Versuche, die Krise der Eurozone zu beheben, gebracht hat. Die Tageszeitung aus Warschau fasst die wichtigsten Punkte des Programms zusammen, das José Manuel Barroso am 12. Oktober dem EU-Parlament präsentierte: "Den Banken den Rücken stärken. Griechenland retten. Die Zusammenarbeit in der Eurozone fördern."
All die Probleme, die mit diesem Programm gelöst werden sollen, sind nicht voneinander zu trennen, betont Gazeta Wyborcza und fügt hinzu: "Die Diagnose steht seit langem fest, aber die Gegenmittel sind äußerst kostspielig. Die Arbeit an den Entwürfen der Rettungspakete hat sich in die Länge gezogen, weil die EU-Politiker sich zu sehr vor ihren Wählern in Acht nehmen, die bereits 2008 und 2009 eingesprungen sind, um die Banken zu retten." Geldgeber George Soros und 95 andere betroffene Europäer drückten es in ihrem offenen Brief so aus: "Die Euro-Krise muss sofort gelöst werden."
Allerdings sind die Einzelheiten noch immer unklar. Laut Gazeta Wyborcza hat Barroso beispielsweise keine genauen Angaben dazu gemacht, wie viel Geld für die Rekapitalisierung und Stärkung der gebeutelten Banken benötigt wird. "Wird es Europa gelingen, den Zusammenbruch zu vermeiden?", fragt die Tageszeitung. Alle noch übrig bleibenden Hoffnungen konzentrieren sich nun auf das "umfassende Maßnahmenpaket", das Angela Merkel und Nicolas Sarkozy bis Ende Oktober vorlegen wollen. "Sollte dieses scheitern, droht der Tag des Jüngsten Gerichts", schließt Gazeta Wyborcza.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
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