Auf der Titelseite der Irish Times ist ein alles andere als vorteilhaftes Bild des Taoiseach (Ministerpräsidenten) Brian Cowen zu sehen, der darauf düster in die Ferne blickt. Unterstellt ihm man beim Layout der Dubliner Tageszeitung etwa hämisch, dass er gerade das Ergebnis der letzten Meinungsumfrage zum Volksentscheid über den Vertrag von Lissabon erfahren hat? Eine Woche vor der Wahl sind nur 48% der Wähler bereit, mit Ja für das umstrittene, 269 Seiten lange Dokument zu stimmen. Der Prozentsatz der Vertragsgegner hingegen stieg um vier Punkte auf 33%. Um eine positive Note bestrebt, erklärt der heutige Leitartikel, dass "die Lissabon-Befürworter froh sein werden, dass ihre Führung fest geblieben ist". Doch mit einem wieder auferstandenen Declan Ganley als Anführer der Nein-Seite sieht der unbeliebte Brian Cowen vielleicht nicht zu unrecht schwarz. Trotz parteiübergreifender Unterstützung und einer Kampagne, die von der Irish Times als "stark" bezeichnet wurde, sind angesichts der Bemühungen des Taoiseach, den Vertrag durchzuziehen, immer noch 19% der Wähler unschlüssig.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.