“Italien: Neues schmerzhaftes Urteil?” Der Corriere della Sera macht mit der Herabstufung der italienischen Kreditwürdigkeit auf. Die Ratingagentur Moody’s ersetzte das Aa2 des Landes durch ein A2. Ein “negativer Ausblick”, der weitere Sparmaßnahmen bedeuten könnte. Standard&Poor’s hatte Italien bereits im September abgewertet. Moody’s gab zur Begründung an: “Auf Schockwellen der Finanzmärkte reagiert das Land empfindlich.” Damit gerät die drittwichtigste Agentur Fitch unter enormem Druck, dasselbe zu tun.
Auf die Frage „Warum nehmen die Märkte Italien und nicht Spanien ins Visier?“, obwohl dessen Realwirtschaft schwächer ist, antwortet Corriere-Chefredakteur Ferruccio de Bortoli: “Weil wir weder seriös noch glaubwürdig wirken. Niemand will in Italien investieren.” Die Unfähigkeit der Regierung, die von der EZB geforderten Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu beschließen, hat “unseren Ruf zerstört”.
Laut Finanzminister Giulio Tremonti, der sich seit Wochen einen gefährlichen Gockelkrieg mit Regierungschef Silvio Berlusconi liefert, wurde Spanien bisher verschont, weil seine wacklige Regierung das Datum für vorgezogene Wahlen festgelegt hat. Diese Meinung teilt Corriere. Die Mailänder Zeitung legt Berlusconi nahe, dasselbe zu tun wie Zapatero: Er sollte “bekanntgeben, dass er nicht mehr kandidieren wird, Neuwahlen organisieren, und so vermeiden, dass das ganze Mitte-Rechts-Lager seinen Kopf hinhalten muss.” Doch hat die Zeitung darauf bisher keine Antwort erhalten.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.