Nach diskussionsreichen Wochen muss Griechenland Finnland für seine Beteiligung am Europäischen Stabilitäts-Mechanismus finanzielle Sicherheiten versprechen. Jedoch “zahlt [Finnland] dafür einen stolzen Preis”, meint Helsingin Sanomat. Während alle anderen Länder ihre Beteiligung auf fünf Jahren staffeln können, muss Helsinki seinen Anteil von 1,4 Milliarden Euro auf einmal überweisen. Und an die Zinsen dafür wird es erst nach 20 oder 30 Jahren herankommen. “Gutes Geschäft oder schlechter Kompromiss?” fragt sich die Tageszeitung. Die Regierung hatte aufgrund der Forderung der Partei der Wahren Finnen damit gedroht, sich nicht am Rettungspaket für Griechenland zu beteiligen.
Für die schwedischsprachige Tageszeitung Hufvudstadsbladet ist das Ganze “ein perfektes Beispiel dafür, was Wirtschaftsingenieurswissenschaften so leisten”. Bei den anderen Ländern, die sich auch gegen die Beteiligung am Eurozonen-Rettungspaket hätten sträuben können, erzielten die Forderungen Finnlands vor allem einen Abschreckungseffekt.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.