"Historisch", "einmalig" – der heute in Paris eröffnete Prozess um die Clearstream-Affäre wird in Superlativen beschrieben. Einmalig, weil sich Dominique de Villepin, Ex-Premier von Jacques Chirac, unter den Angeklagten und der von seinem Anwalt vertretene derzeitige französische Präsident Nicolas Sarkozy als Kläger gegenüber sitzen. Einen Monat lang wird das Gericht darüber verhandeln, ob und in welchem Masse Villepin an der Rufmordkampagne beteiligt war, die Sarkozy in seinem Wahlkampf 2004/2005 schaden sollte. Dem ehemaligen Regierungschef wird vorgeworfen, eine gefälschte Auflistung von Schwarzkonten bei der luxemburgischen Bank Clearstream, auf der Sarkozy auftauchte, benutzt haben zu wollen, um seinem damaligen Rivalen zu benachteiligen.
"Wer hat die Unterlagen des Finanzinstituts gefälscht ?" Das ist eine der Fragen, die in dem Prozess zu beantworten seien, meint die Tageszeitung Libération. "Für die französische Demokratie ist es entscheidend, dass die Wahrheit ans Licht kommt, (…) sonst werden Recht und Politik von der Öffentlichkeit ein weiteres Mal in den übelriechenden Bottich mit dem Namen 'alles korrupt' geworfen."
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.