"ÖVP [Konservative, 50,8 Prozent] hält in Vorarlberg trotz massiver FP-Gewinne die Absolute". Angesichts der Wahlergebnisse aus Vorarlberg vom 20. September erscheint der Standard-Titel überraschend unbesorgt. Denn mit 25,2 Prozent verdoppeln die Rechtspopulisten von der FPÖ ihr Ergebnis im Vergleich zur Vorwahl und werden im "Ländle" zweitstärkste Kraft, weit vor den Sozialdemokraten von der SPÖ (10,1 Prozent). Das heiße nicht, "dass ein Viertel der Vorarlberger den Antisemiten oder gar Nazis zuzurechnen sind", gibt das Wiener Blatt zu. "Aber es bedeutet, dass eine beachtliche Zahl von Wählern nicht durch entsprechende Äußerungen abgeschreckt wird." Äußerungen, heißt provokante Äußerungen gegen Fremde und auch Juden von FPÖ-Spitzenkandidat Dieter Egger. Diese Menschen wollten sich "nicht vorschreiben lassen wollen, was 'man' sagen oder gar denken darf", analysiert die Zeitung, eine Rebellion, die in den Umfragen allerdings nicht erscheint. Die Freiheitlichen könnten "dieses gegen gesellschaftlichen Mainstream und staatliche Autorität gerichtete Potenzial" gut bündeln – ein Grund zur Sorge, vor allem in Hinblick auf die Wahlen in Oberösterreich am 27. September, schließt der Standard.
Der Chef des Linksbündnisses SYRIZA ist die neue Hoffnung der griechischen Politik. Mit seinem Kurs zwischen Pragmatismus und Klassenkampf-Rhetorik verunsichert er in Berlin, und zwar nicht nur die Befürworter von Angela Merkels Sparpolitik.
Europas wirtschaftliche Probleme haben uns dazu gezwungen, die geheime Welt des Olymps der globalen Finanzen verstehen zu wollen. Doch ist uns heute, da wir mehr auf Rentenrenditen und Stabilitätsmechanismen achten, nicht klar, dass die Experten da oben auf ihren stolzen Höhen auch nicht wissen, was los ist?
Aserbaidschan, in diesem Jahr das Gastgeberland des großen Pop-Spektakels, ist alles andere als ein Modell an Demokratie. Immer mehr Stimmen werden laut, die die Nachsicht der Europäer mit dem Regime in Baku kritisieren – darunter dieser estländische Journalist.