Berlusconi erklärt Europa den Krieg
Mit seinem wie immer äußert feinen Gespür fürs Timing, wählte Italiens Staatschef diesmal Polen und die Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Anfangs des Zweiten Weltkriegs, um Europa den Krieg zu erklären. Offensichtlich gereizt durch die kritischen Stimmen verschiedener europäischer Medien sowie der eines Kommissionssprechers über das Abweisen von 75 Migranten auf der Straße von Sizilien nach Libyen, donnerte der Cavaliere: "Wir werden uns so lange der Stimme enthalten und den Europäischen Rat blockieren, bis entschieden wird, dass kein Kommissionsmitglied, kein Sprecher mehr öffentlich zu irgendeiner Sache Stellung nehmen darf."
Nach erster allgemeiner Verblüffung spielten die kritischen Stimmen den Vorfall herunter, mit Ausnahme des Vorsitzenden der sozialistischen Fraktion, Martin Schulz, der die Kommission dazu aufrief, nachdrücklich auf den Angriff und die Order an die Kommission zu reagieren. La Stampa notiert, dass es nicht das erste Mal sei, dass Berlusconi die Union ins Visier nehme, doch sei er noch nie so weit gegangen. "Der Präsident der Kommunikation, hasst die Kommunikation," kommentiert das Blatt aus Turin. Auf der anderen Seite, ist das Berlusconi-Blatt Il Giornale voller Lob für seinen Besitzer: "Berlusconis Handeln in Danzig muss im Licht der Geschichte gesehen werden", schreibt das Blatt voller Mitgefühl. "Jedes Mal, wenn er an den gesunden Menschenverstand appelliert, findet er neue Kraft, um mit veralteten Traditionen zu brechen."
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.