"Dialekt verpflichtend"
Diese Woche dominiert Italiens Lega Nord erneut die nationalen Titelblätter mit ihrem neuesten Schock-Vorschlag: Lehrer sollten sich vor ihrer Einstellung einem "Dialekttest" unterziehen, bei welchem geprüft wird, inwieweit die Bewerber des örtlichen Dialektes der Provinz, in welcher sie arbeiten möchten, mächtig sind. Der Vorschlag wurde teilweise zurückgezogen, nachdem er im Land halb lachend, halb empört aufgenommen wurde. Trotzdem nährt er eine von Italiens größten Debatten dieses Sommers.
Als Antwort hat La Repubblica den Stand der 6.000 Dialekte überprüft, die von Italiens zerstückelter Geschichte zeugen. Aus einer Studie des Statistik-Instituts Istat geht hervor, dass der „ausschließliche Gebrauch von Dialekt über die Jahre extrem nachgelassen hat: Von 32 Prozent 1988 ging er auf die Hälfte, nämlich auf 16 Prozent im Jahre 2006 zurück", obwohl die Minister der Lega sich bemühen, die Dialekte im sogenannten "Padania" wieder zu beleben. Diesen Namen schlug die Partei als mögliche Bezeichnung eines autonomen Norditaliens vor. Der Theaterautor und Nobelpreisträger Dario Fo bezeichnet den Vorschlag der Lega als "Unsinn". Als Autor mehrerer in Dialekt geschriebener Stücke sagt er (Zitat), dass die Lega in Wirklichkeit "Lehrer aus Süditalien anhand einer Dialektgeschichte loswerden" will. Eher so, als mit ihrem rassistischen Standardargument.
Mit der Krise und der hohen Arbeitslosigkeit handeln die jungen Litauer wie einst ihre Vorfahren: Sie wandern aus. Zehntausende, auf der Suche nach einem besseren Leben, wandern jedes Jahr aus, am liebsten auf die britischen Inseln oder nach Skandinavien.
Treffen um Treffen konnte die Eurogruppe die drohende Pleite Griechenlands nicht bannen. Obwohl Athen die Krise größtenteils selbst zu verantworten hat, kann die EU ihre Hände nicht in Unschuld waschen. Konfuse Botschaften und mangelnde Strategie haben ein lösbares Problem in ein explosives Chaos verwandelt.
Zwei Parteien, zwei Standpunkte, zwei Visionen Frankreichs: Leidenschaftlich diskutiert man auch achtzehn Jahre nach der Ermordung von etwa 800.000 Tutsis, welche Rolle Paris damals gespielt hat. Je nach dem Stand der Ermittlungen erscheint diese nämlich stets in einem neuen Licht.